Sonografie der Säuglingshüfte
Zur Diagnostik der Hüftdysplasie im Säuglingsalter wird in der Regel im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung U3 zwischen der 3. und 6. Lebens-
woche eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Diese für das Kind schmerzfreie Untersuchung erlaubt durch Ausmessen der Winkel-
verhältnisse der Hüftpfanne und des Hüftkopfes eine konkrete Klassi-
fikation der Hüftdysplasie und führt zu einer gezielten standardisierten Therapie mit dem Ziel einer Nachreifung des Hüftgelenkes. Hierbei sollen korrekte Achsen- und Winkelverhältnisse erreicht werden um später einer vorzeitigen Hüftgelenksarthrose vorzubeugen.
Die Hüftdysplasie ist eine angeborene Unterentwicklung des Hüftgelenkes mit mangelnder Überdachung des Hüftkopfes durch die Hüftpfanne. Dies kann primär zu einem Herausspringen des Hüftkopfes aus der Pfanne oder sekundär zu einer Minderung der Belastungs-
fähigkeit des Hüftgelenkes bis hin zu einer vorzeitigen Arthrose im Erwachsenenalter führen. Die Ursache ist unbekannt, erbliche Faktoren spielen sicher jedoch eine Rolle. Möglicherweise ist eine Lagerung im Uterus (Beckenendlage) mit verantwortlich. Die klinische Untersuchung, wie Abspreizhemmung des Oberschenkels, Asymmetrie der Gesäß- und Oberschenkelfalte, sowie das Ortolani-Zeichen sind relativ unsicher und wurden durch die Routineuntersuchung mittels Ultraschall weitgehend ersetzt. Der Ausprägungsgrad der Hüftdysplasie wird nach Graf in 9 Untergruppen eingeteilt. Die Therapie der Hüftdysplasie erfolgt stufenweise mit breitem Wickeln (Übergangsstadium) über Spreizhose und Pavlik-Bandage zur Braun-Schiene und Gipsbehandlung (Fettweis-Gips).